Natürlich zum Wunschkind – Interview mit Anne Zietmann

Kinderwunsch auf Reisen? Mit welcher Methode lernt man seinen Körper am besten kennen? Wie kann eine selbstbestimmte Geburt aussehen? 

Ich (Mareen) darf heute mit Anne Zietmann sprechen – sie berichtet uns von ihrer Kinderwunsch Geschichte und der Geburt ihres zweiten Kindes.

Liebe Anne, kannst du dich unseren LeserInnen kurz vorstellen?

Ja sehr gern. Ich bin Anne, Fruchtbarkeitscoach und Mama von zwei Kindern, und ich helfe Frauen und Paaren dabei, mithilfe von Methoden zur Bestimmung des Fruchtbarkeitsoptimums schnell, einfach und natürlich schwanger zu werden.

Anne Zietmann, kurz vor der Geburt ihres zweiten Kindes

Das klingt toll. Ich selbst habe ja auch etliche Jahre mit NFP (Natürliche Familienplanung) gearbeitet. Magst du uns erzählen, wie du beim zweiten Kind schwanger geworden bist? 

Nun zu diesem Zeitpunkt war es gar nicht so einfach, denn ich wollte mein Hashimoto und meine Gelbkörperschwäche natürlich heilen. Das hängt natürlich beides zusammen und ist zum Schwangerwerden alles andere als optimal. Ich fand einen Weg, meine Gelbkörperschwäche und mein Hashimoto natürlich zu behandeln und außerdem bestimmte ich meine hochfruchtbaren Tage im Zyklus und wurde wie bei Kind Nr. 1 im ersten Zyklus prompt schwanger. Das war schon eine kleine Sensation, weil ich mit meinem Partner Marcus in dem besagten Zyklus nur einmal Sex hatte. So effektiv kann es manchmal sein ;-).

Du hast mir erzählt, dass du deine Menstruation einfach weiterbekommen hast – trotzdem hast du ohne Test bemerkt, dass du schwanger bist. Wie kann das denn sein?

Nun, erstmal kann es durchaus sein, dass du ganz normal deine Tage bekommst – obwohl du schwanger geworden bist. Ich persönlich habe es daran gemerkt, dass meine Brustschmerzen – die ich normalerweise vor der Menstruation habe – nach der Menstruation nicht verschwunden waren, sondern weiter anhielten. Dann habe ich weiter meine Temperatur gemessen und festgestellt, dass diese immer noch im Vergleich zur Phase vor dem Eisprung erhöht war. Mithilfe von NFP konnte ich dann an der Temperaturkurve ohne Schwangerschaftstests feststellen, dass ich schwanger geworden bin und dies bestätige mir meine Hebamme dann auch als sie die Herztöne abhörte.

Stimmt es, dass ihr kurz darauf eure Wohnung aufgelöst habt und auf Reisen gegangen seid?

Ja, das ist schon verrückt. Mein erstes Kind ist im Oktober geboren, ich wollte auf keinen Fall mehr sowohl in der Schwangerschaft als auch während der Geburt in einem zu dieser Zeit kalten Land sein. Außerdem liebe ich das Reisen also lösten ich und mein Partner, kurz nachdem ich schwanger geworden bin, die gemeinsame Wohnung auf.

Wie hast du das mit den Vorsorgeuntersuchungen geregelt? Wie war das beim Reisen?

Im zweiten Schwangerschaftsdrittel waren wir auf den Kanaren – kurz vor der Abreise habe ich einen Termin gemacht, um die Schwangerschaft „offiziell“ feststellen zu lassen und einen Mutterpass zu bekommen. Den Mutterpass brauchte ich für den Rückflug, damit man einschätzen kann, in welcher Schwangerschaftswoche ich in etwa bin.

Sonnenuntergang

Wo auf den Kanaren wart ihr genau? Was war das Besondere an dieser Zeit?

Wir sind auf die Insel La Palma geflogen und waren dort im Westen am Strand. Dort ist es sehr warm und man konnte auch im Winter noch baden gehen. Die Sonnenuntergänge sind einfach der Hammer. Es ist absolut beeindruckend. Am meisten hat mir allerdings die Community am Strand mit den anderen Familien gefallen – Kinder und Eltern haben sich super verstanden – wir haben aus dieser Zeit dauerhafte Freundschaften gewonnen – die wir nicht missen möchten. Die Sonne, Ruhe und das Meer haben mir in der Schwangerschaft sehr sehr gut getan – ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.

Welche Orte oder Locations kannst du für Familien empfehlen?

Nun am besten fand ich es in der Finca Autarca – das ist eine Permakultur auf La Palma, in der sich eine Familie komplett selbst mit Lebensmitteln, Wasser und Strom versorgt. Das war hochinteressant – das Essen war mega lecker und die Kinder haben in der Natur auf dem Gelände gespielt – das war einfach nur schön. Ansonsten fand ich den spanischen Fasching mit Konzerten und tollen Tanzumzügen wirklich sehenswert. Auch unser damals 4 jähriger hat die Veranstaltung sehr genossen. Sehr gut geeignet für Familien fand ich auch den Ausflug zum Vulkan San Antonio im Süden der Insel (weil man da nicht so lang laufen muss wie auf den anderen Touren und trotzdem in den Vulkankrater schauen kann) – voll spannend. Die schönsten Tage habe ich aber in Ruhe am Strand gemeinsam mit den anderen Familien verbracht. Im Winter sind die Strände von Puerto Naos und Tazacorte im Westen sehr zu empfehlen.

Anschließend seid ihr nach Bernau gereist, warum?

Ja kurz vor der Geburt sind wir nach Bernau bei Berlin gereist, um unser zweites Wunschkind zu bekommen. Wir wollten eigentlich nach Ungarn, aber dort sind Hausgeburten verboten und das war uns letztendlich doch zu heikel. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, in der Nähe von Berlin zu bleiben, wo auch die Hebamme unseres Vertrauens arbeitet. Bernau brachte hierbei viele Vorteile mit – es ist nahe an Berlin, außerdem gab es Gärten mit Laube, die man günstig mieten konnte und natürlich waren auch Seen zum Baden, Einkaufsmöglichkeiten und ein Krankenhaus für alle Fälle in direkter Nähe!

das war das Zuhause auf Zeit

Dein Kind kam dann im Bungalow zur Welt?

Ja, das stimmt. Ich wollte einen Ort haben, wo ich zur Ruhe kommen kann. Ein Bungalow im Garten war hierfür wirklich perfekt. Mein Baby hatte sich den Zeitpunkt perfekt ausgesucht, denn ich hatte vorher ein wenig Bedenken, dass ich für die Gartennachbarn zu laut bin. Doch dann war ein Fußballturnier im Ort – sodass die meisten Menschen zum Fußballfeld in der Nähe der Gartenanlage marschierten als die lauten Wellen (Wehen) begannen. Insgesamt kam das Kind dann ohne Hebamme zur Welt, erst bei der Geburt der Plazenta war die Hebamme dann für uns da und konnte somit die Geburt des Kindes bestätigen.

Also war es im Prinzip eine spontane Alleingeburt – wolltest du das so?

Ich wollte möglichst selbstbestimmt gebären, so wenig Untersuchungen und Einfluss von außen wie möglich. Es tat mir und meinem Partner schon gut, dass wir jederzeit eine Hebamme als Backup anrufen können. Dennoch habe ich mich während der Geburt sehr sicher und gut gefühlt – ich sah einfach keinen Grund, jemanden zu informieren. Die Austreibungsphase dauerte nur etwa 15 bis 20 Minuten und dann war mein Kind da! Alles gut, ein kerngesundes Baby. Es lief alles nach Plan – bis auf die Plazenta – die hatte sich ein wenig länger Zeit gelassen – etwa drei Stunden nach der Geburt kam sie dann.

War dein großes Kind bei der Geburt dabei?

Ja, mein heute fünfjähriger Sohn war bei der Geburt dabei. Mein Partner hat mir das Vertrauen gegeben, dass er sich während der Geburt gut um ihn kümmern kann. Er ist aber auch einem großen Teil der Eröffnungsphase mit meinem Sohn beim Fußballturnier um die Ecke gewesen, natürlich jederzeit per Handy erreichbar. So hatte ich meine Ruhe und mein Partner konnte sich in dieser Phase auf unseren großen Sohn konzentrieren. Als es in die Übergangsphase und Austreibungsphase ging, waren sowohl mein Partner als auch mein Sohn anwesend.

Wo seid ihr denn aktuell?

Wir wohnen aktuell bei der Familie meines Partners. Aber Ende November 2017 wollen wir nochmals auf die Kanaren reisen, weil es uns so gefallen hat.

Ich weiß ja, dass ihr mittlerweile schon vielen Paaren dabei geholfen habt, natürlich schwanger zu werden. Und nun gibt es endlich auch ein Ebook, in dem ihr euer gesammeltes Wissen zusammengestellt habt.

Ja da hast du Recht, wir haben uns mit Hilfe der NFP (Natürliche Familienplanung) schon zweimal selbst den Traum vom Wunschkind erfüllt. Aber mit dieser Methode kannst du wie gesagt auch Zyklusdiagnostik betreiben und herausfinden, warum du bisher nicht schwanger geworden bist. Die Methode ist auch super für unterwegs, weil du außer deinem Körper und einem Thermometer, einer Smartphone App oder einem Blatt Papier nichts benötigst, um NFP anzuwenden. Wer sich dafür mehr interessiert, kann sich unser neues EBook ansehen, in dem wir Schritt für Schritt die NFP Methode erklären – danach kannst du sie selbst sicher anwenden.

Zum Schluss möchte ich alle Frauen noch ermutigen: vertraut eurem weiblichen Körper! Er kann sowohl schwanger werden als schwanger bleiben und auch gebären. Wer das Urvertrauen stärkt, erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, schnell schwanger zu werden, eine schöne Schwangerschaft und eine natürliche selbstbestimmte Geburt zu erleben.

Hier zum Ebook

 

Danke Anne für diese tollen Worte! Da kann ich mich nur anschließen. Auf viele dieser Aspekte werden wir im kommenden Podcast auch noch einmal eingehen. Euch als Familie alles alles Liebe und auf eine tolle Reise-Zeit!

Für alle Interessierten hier noch einmal ein paar wichtige Hinweise:

 

Von | 2017-11-10T01:13:13+00:00 10. November 2017|Familie & ElternSein, Reisen, Schwangerschaft & Geburt, Spanien, Weiblichkeit|0 Kommentare

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