Wie du das richtige Wohnmobil auswählst – Teil 2

Aufbau

Zwei wichtige Entscheidungen beim Kauf eines Wohnmobils sind die Frage nach der Art des Mobils und nach der Gewichtsklasse. Vor dem Kauf sollte daher bedacht werden, für welche Zwecke, Dauer und Jahreszeiten das Mobil eingesetzt werden soll.

Art des Wohnmobils

Wohnmobile mit Aufbau

Grundsätzlich unterscheidet man bei klassischen Wohnmobilen mit Aufbau zwischen den drei Arten Vollintegriert, Teilintegriert oder Alkoven- Wohnmobil.

Vollintegriert – der komfortable, aber teure Reisebegleiter

Ein Vollintegrierter eignet sich „nur“ für die kleine Familie, die auf ein zusätzliches, festes Bett verzichten können. Dafür gibt es tolle Aussicht und besonderen Wohlfühl-Komfort.

Teilintegriert – der beliebte Reisebegleiter für Paare oder die Klein-Familie

Der klassische Grundriss des Teilintegrierten bietet ein höhergelegtes Heckbett oder zwei nebeneinander (evtl. mit optionaler Verbindung) angelegte Einzelbetten, unter denen sich die große Heckgarage befindet. In der Mitte eine kombinierte Nasszelle mit WC und Dusche. Davor die Küchenzeile an die der Wohn-/Essbereich anschließt. Je nach Hersteller gibt es hier ein paar Unterschiede, welche aber unserer Meinung nach „nur“ Geschmacksache sind.

Zusätzliche Schlafmöglichkeiten können hier durch Umbau des Wohn-/Essbreichs mit dem Herunterklappen des Tisches und dem Umbau der Polster geschaffen werden. Auch ein Hubbett im vorderen Teil des Mobils ist bei einigen Teilintegrierten optional erhältlich. Aber auch diese zusätzlichen Schlafmöglichkeiten sind nur flüchtig, halten das Reisemobil aber entsprechend kompakt.

Fazit: Ein Teilintegrierter eignet sich für die Familie mit bis zu zwei Kindern, die ein dynamisches und kompaktes Gesamtfahrzeug wünscht, dabei aber auf ein zusätzliches, festes Bett verzichten kann.

Alkoven-Wohnmobile – Ein Festbett gegen den Fahrtwind

Die für Familien wohl günstigste Aufbau-Variante ist das Alkoven-Reisemobil. Alkoven steht für das Festbett über der Fahrerkabine. Dieses Doppelbett mag zwar aerodynamisch ungünstig sein, auch verhindert es einen Panoramablick aus der Front, es ist aber absolut nützlich als zweite feste Schlafmöglichkeit, ohne den Essbereich umbauen oder ein Hubbett herunterfahren zu müssen. Wer mit mehr als einem Kind reisen möchte, landet schnell bei dieser Variante.

Im Inneren des Reisemobilaufbaus bieten sich diverse Schlafmöglichkeiten. Im Heckbereich kann das große Bett gewählt werden, was über die komplette Breite des Wohnmobils reicht. Dieses eignet sich bei Bedarf als „Familienbett“, so dass der Alkoven zum reinen Spielbereich umfunktioniert werden kann. Verzichtet die Familie auf die große Heckgarage, bietet sich ein Stockbett im hinteren Teil des Fahrzeuges an. Der größte Vorteil ist, dass durch zwei getrennte Betten übereinander auch kleine eigene Zimmer für die Kinder geschaffen werden können. Je nach Laune und Charakter wünscht sich das eine oder andere Kind einfach mal Zeit für sich und kann sich so in sein eigenes Reich zurückziehen. Der Nachteil des oder der Stockbetten im Heck ist, dass die darunter liegen Heckgarage auf ein normales Staufach mit Kofferraumgröße schrumpft. Fahrräder müssen damit hinten auf den Träger und die Zuladung von Campingmöbeln und anderen Utensilien reduziert sich. Jedoch haben sich auch hier die Reisemobilhersteller etwas einfallen lassen und bieten inzwischen flexible Umbaumöglichkeiten an. So kann der untere Teil des Stockbettes mit wenigen Handgriffen in eine größere Heckgarage umgebaut werden, sollte der Platz gerade nicht mehr zum Schlafen benötigt werden.

Ob das tägliche Umbauen des Sitzbereichs zum Schlafplatz praktikabel ist oder nicht, muss jeder selbst entscheiden. Die einen wollen ein möglichst kompaktes Reisemobil, evtl. sogar komplett ohne Heckbett, und setzen damit „nur“ auf Alkoven und umgebauten Essbereich. Die anderen bevorzugen maximalen Platz und nehmen damit ein deutlich größeres und oft auch unhandlicheres Wohnmobil in Kauf, was auf so manchen italienischen Gassen oder britischen Schmalspur-Straßen zu Schweißausbrüchen führen kann.

Wohnmobile mit unverändertem Fahrzeugchassis

Reisemobile mit unverändertem Fahrzeugchassis sind klassische Transporter oder Kleinbusse, an denen nur Aus- und Umbauten durchgeführt wurden. Diese günstigeren und auch kompakteren Reisemobile nutzen keinen separaten Aufbau, sondern setzen „nur“ auf ein neues Innenleben.

Der große Vorteil dieser Fahrzeuge ist eindeutig ihre Flexibilität. Reisemobil und Alltagsfahrzeug in Kombination spart eine Menge Kosten in Anschaffung und Unterhalt. Abstriche muss man jedoch in Platzangebot und Komfort machen. Große Wassertanks, geräumige Dusche und ausladende Küchen sind bei den Kompakten nicht zu finden. Dafür aber eine Menge Reisefreude auf kleinem Raum!

Gewichtsklasse

Das klassische Reisemobil mit teilintegriertem Aufbau hat ein Maximalgewicht von 3,49 t und kann mit dem PKW-Führerschein der Klasse B gefahren werden. Das Fahren von Wohnmobilen mit höherem Gewicht bzw. das Mitführen eines Anhängers schwerer als 750 kg erfordert eine erweiterte Fahrerlaubnis.

Bei einem Wohnmobil mit geladenem Campingzubehör und gefüllten Tanks und Gepäckräumen kann schnell die Grenze des erlaubten Höchstgewichtes erreicht werden. Auch die zugelassene maximale Last je Achse muss beachtet werden. Es empfiehlt sich vor jeder Reise das Gesamtgewicht auf einer Fahrzeugwaage bestimmen zu lassen, wenn man die Zuladung des Fahrzeugs deutlich geändert hat.


In den nächsten Tagen folgt der letzte Artikel zur 3-teiligen Serie “Wie du das richtige Wohnmobil auswählst”

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Von | 2017-07-15T00:41:25+00:00 20. Juli 2017|Begegnung, Reisen, Technologie, Wohnmobil|0 Kommentare

Über den Autor:

Benjamin ist Ehemann einer wunderbaren Frau und Papa 4 freier & wilder Kinder. Er reist für sein Leben gern und das am liebsten mit dem Wohnmobil.
Skifahren, wandern und Technik aller Art sind seine Hobbys und Leidenschaft.
Wenn er nicht gerade bloggt, recherchiert, schreibt oder Tatort guckt (meist nachts), “schafft” er als gutbürgerlicher Ingenieur für guten Sound im Fahrzeug.

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