Schuld ist ein Energie-Dieb

Habt ihr den Film „Zwei Weihnachtsmänner“ gesehen? Die zwei ungleichen Geschäftsmänner schlagen sich in einer abenteuerlichen Reise von Wien über Prag nach Berlin durch. Und dabei führen sie viele tiefsinnige Gespräche, die sie aus ihrer festgefahrenen beruflichen und privaten Situation rüttelt. Für uns ist der entscheidende Satz des Filmes: „Schuld ist ein Energie-Dieb!“  Warum? Darauf wollen wir heute näher eingehen.

Schuld ist ein Energie-Dieb

Schuld ist eine Starre, die auf unserer Vergangenheit beruht

In der Bibel im Johannes-Evangelium können wir von einer spannenden Geschichte lesen. Ein Mann ist seit seiner Geburt blind. Jesus kommt vorbei und sieht ihn. Und – er macht ihn gesund. Die Nachfolger Jesu aber fragen – wer hat gesündigt? Er selbst? Seine Eltern? Die Fragen bedeuten so viel wie – wer ist Schuld? Jesus ist das völlig egal. Er blickt nach vorn. Er handelt im Hier und Jetzt.
Wer ist Schuld an deinen Problemen? Dass die Beziehung in die Brüche ging, dein Kind in der Schule nicht zu recht kommt, du einfach nicht deinen Traumjob findest? Wer ist eben schuld an deiner ganz persönlichen Lebenssituation?
Wir Menschen sind unglaublich auf Gerechtigkeit getrimmt und dabei ist es scheinbar wichtig, ganz genau festzulegen, wer jetzt gerade an diesem Fehler oder jenem Konflikt Schuld ist. Wir lassen uns eine unglaubliche Menge an Energie stehlen, in dem wir unablässig die Schuld bei anderen suchen. Unseren Eltern, unseren Lehrern, unseren Kollegen, unseren Chefs, den Nachbarn, den Andersgläubigen, den Zuwanderern usw. Dabei ist diese Schuldzuweisung schon so alt wie die Menschheit an sich. Adam suchte die Schuld bei Eva und diese wiederum bei der Schlange. Thomas Diener vom Blog www.leben-hier-und-jetzt.com hat es so ausgedrückt:

„Es verschafft einem eine eigenartige Befriedigung, wenn man mit dem Finger auf jemanden zeigen kann. Das liefert eine Art Erklärung und bringt immerhin Klarheit. Es vertreibt das Gefühl der Ohnmacht. Aber hilft es wirklich weiter?“

Die Suche nach der Schuld ist immer der Blick zurück. Es sind Dinge aus der Vergangenheit, die sich nicht mehr ändern lassen. Umso mehr du dich mit Schuld beschäftigst, umso weniger Energie bleibt übrig dich mit der Gegenwart, also dem Moment, den du verändern kannst, zu beschäftigen.
Du kannst dich niemals über etwas schuldig fühlen, was gerade passiert. Ohne Frage, es gelingt uns im Leben bei weitem nicht alles. Manchmal auch recht wenig. Aber muss es das? Nein, die Frage ist, wie wir damit umgehen. Im Blogartikel über Vergangenheit sind wir darauf genauer eingegangen. Wenn du aber dein scheinbares „Versagen“ (Wichtig: Es gibt kein Versagen – es gibt nur Erfahrungen, die uns weiterbringen!) dazu nutzt, dich schuldig zu fühlen, statt weiter zu kämpfen, dann erstarrst du in deiner Situation. Deine Bewertungsschilder, deine negativen „Ich bin“ halten dich davon ab im Leben weiter zu wachsen und deine Ziele zu erreichen. Wenn du dich schuldig fühlst, sagst du über dich selbst: Ich bin nicht wertvoll!

JETZT

Sowohl die Sorgen und Ängste über unsere Zukunft (siehe letzter Blogartikel), als auch die Schuldgefühle über unsere Vergangenheit beschäftigen sich mit Punkten, über die wir keine Macht haben. Weder können wir die Zukunft voraussagen, noch können wir die Zeit zurückdrehen und Dinge ungeschehen machen. Alles was uns bleibt ist die Gegenwart!

Schuld als Manipulation

Wahrscheinlich hast du auch schon bewusst oder unbewusst erlebt, wie dich jemand mit Schuldgefühlen manipulieren wollte oder es ihm sogar gelungen ist. Vielleicht war es der Single-Kollege, der dich abends zum Essen oder Fußballschauen eingeladen hat. Du sagtest ihm, dass es nicht passt, weil du dich um deine Kinder kümmern möchtest. Die Reaktion ist dann so in etwa: „Jaja, schon klar. Schau du mal nach deiner Familie. Für mich hat ja dann doch niemand Zeit…“ Schuld ist ein sehr effektiver Weg andere Menschen zu manipulieren – ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen, damit sie genau das tun, was du von ihnen willst.
Vielleicht ist dir etwas ähnliches mit deinen Kinder passiert. Damit sie das tun, was wir von ihnen wollen, bringen wir sie dazu, sich schuldig zu fühlen. „Du muss das nicht aufräumen, ich werde das mit meinen alten Rücken schon machen, ich krieche auf meinen kaputten Knien und räume das schon auf. Bleib du mal ruhig sitzen!“ Wenn du solche oder ähnliche Sätze oder Gedanken in deinem Familienleben bemerkst, dann tausche sie schnell gegen ehrliche und direkte Kommunikation. „Ich möchte bitte, dass du bis zum Abendessen deine Sachen hier aufgeräumt hast, weil ich mich dann deutlich wohler fühle und wir gemütlich Abendessen können.“

Lass deine Schuldgefühle hinter dir

Auch wenn es schwer fällt, entscheide dich Dafür statt Dagegen. Tritt aus dem Schatten deiner Schuld heraus.  Statt dich ständig mit deinen Schuldgefühlen herumzuquälen, schau nach vorn und frage dich: Was kann ich daraus lernen? Welche Erfahrung kann ich für mein Leben daraus ziehen? Sparen wir unsere Energie –  statt nach dem oder den Schuldigen zu suchen, vertrauen wir einfach darauf, dass das Gute in unserem Leben passieren wird.
 Manchmal musst du im Leben eine „Prüfung“ bestehen, um einen Schritt weiter zu kommen. Wenn du diese nicht bestehst, kommt diese wieder und wieder und wieder. Solange du dich schuldig fühlst, wenn du nicht den Erwartungen anderer entsprichst oder über Dinge, die dir unglücklicherweise passiert sind, wirst du damit immer wieder konfrontiert. Bis zu dem Tag, an dem du dich entscheidest loszulassen, auf dein Herz hörst und dir selbst vergibst. Denn dir wurde schon längst vergeben.

Wie kommst du aus dem Schuldgefühl-Kreisel heraus?

1. Akzeptiere, dass die Vergangenheit vorbei ist, du kannst sie nicht mehr verändern. Nur weil du dich schuldig fühlst, wirst du deine Vergangenheit nicht verändern können, also hake es ab! Wenn du also ständig über etwas aus deiner Vergangenheit nachdenkst und dich dabei so schuldig fühlst, dann fordern wir dich auf: Komm lass es uns ändern. Du sagst sicher: Aber es ist doch vorbei – es ist schon geschehen? Okay, dann lass es gut sein! Weil du es in der Vergangenheit nicht mehr ändern kannst, hält dich das Kreisen um deine Schuldgefühle davon ab, es in der Zukunft anders zu machen. Deine Schuldgefühle machen deine Gegenwart zur Vergangenheit. In deiner Schuld zu leben, ist sehr praktisch, wenn du dich davor drücken willst, dein JETZT zu verändern. Du kannst dich aber auch einfach fragen – was hält mich davon ab in der Gegenwart zu leben? Stell dir die Frage: Anstatt mich schuldig zu fühlen und in der Vergangenheit zu leben, was könnte ich JETZT tun? Akzeptiere, wie du bist, was du bist, wo du bist. Und schon wird die Veränderung beginnen.

2. Lass dich nicht mit Schuldgefühlen durch andere kontrollieren. Wenn du merkst, dass andere versuchen dich damit zu manipulieren, dann gib ihnen klare Zeichen, dass du das nicht willst. Mache es dir bewusst und entscheide dich für deine innere Stärke. Du bist es dir wert!

Irgendwann im Leben wird jeder von uns mit einer tragischen Situation konfrontiert. Krankheit, Verlust, Trennung. Doch du kannst gestärkt daraus hervorgehen. Weder Gott oder die Welt sind für dein Leben und deine Umstände schuldig. Nutze diese einschneidenden Erlebnisse als Erfahrungen und Wegweiser, die deinem Leben eine neue Tiefe und vielleicht auch eine neue Richtung geben.

Wir wünschen euch eine segensreiche Woche, wo ihr anderen und euch selbst Frieden schließen und die Schuld loslassen könnt.
Wir freuen uns über eure Gedanken und Kommentare zu diesem Blogeintrag!

Es grüßen euch von Herzen,

Benjamin, Mareen und die Bande

By | 2016-02-03T00:03:55+00:00 Februar 3rd, 2016|Achtsamkeit/Bewusstsein, Familie & ElternSein|0 Comments

About the Author:

Benjamin ist Ehemann einer wunderbaren Frau und Papa 4 freier & wilder Kinder. Er reist für sein Leben gern und das am liebsten mit dem Wohnmobil. Skifahren, wandern und Technik aller Art sind seine Hobbys und Leidenschaft. Wenn er nicht gerade bloggt, recherchiert, schreibt oder Tatort guckt (meist nachts), "schafft" er als gutbürgerlicher Ingenieur für guten Sound im Fahrzeug.

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