Wie du und deine Kinder sich über Anerkennung freuen können, ohne davon abhängig zu sein

Anerkennung

Das ganze Wochenende hat es gedauert, die Weihnachtsdekoration wegzupacken, den Christbaum abzuschmücken, die Zimmer zu putzen – also einfach das ganze Haus auf Vordermann zu bringen. Und nun ist es Sonntagabend. Marta blickt auf ihr Werk und sieht wie die ganze Familie durch das Haus wuselt, ohne auch nur ein anerkennendes oder dankendes Wort an sie zu richten. Dabei wünscht sie es sich so sehr – hat denn niemand ihre ganze Arbeit gesehen?

Willkommen zu Teil 2 unserer Serie „Wunde Punkte in unserem Leben – Wie unser Denken und unsere Wahrnehmung unsere Realität bestimmen“

Sehnsucht nach Annerkennung
Wenn du in deinem Leben auf der Suche nach Anerkennung bist, dann nimmst du automatisch die Meinung der anderen über dich wichtiger als dein eigenes Gefühl über deinen Wert und deine Person. Wann immer du also verärgert über die Aussage eines anderen über dich bist, gestehst du dir ein: Was der andere über mich denkt, ist wichtiger, als das was ich von mir halte. An diesem Punkt musst du stoppen und eine komplette Wendung machen – es ist DER entscheidende Punkt, um ein gesundes Selbstbewusstsein zu erreichen: Sage zu dir selbst:

„Andere haben eine Meinung über mich. Es ist sogar ihr Recht so oder so über mich zu denken, aber es sagt nichts darüber aus, wer ich wirklich bin oder sein sollte. Es ist nicht meine Aufgabe die Meinung anderer über mich zu steuern, aber es ist meine Entscheidung, ob ich diese wertschätze. Entscheidend für mein Lebens ist das, was ICH über mich denke.“

Wenn du dein Leben liebst, deine Situation akzeptierst und deinen Weg gehst, bist du nicht länger von der Meinung anderer abhängig.
Um zu verstehen, warum es dem einem leicht und dem anderen schwerer fällt eine eigene Meinung zu haben, musst du dich mit deinen Erfahrungen auseinandersetzen. Wenn dir in Familie, Schule usw. immer gesagt wurde, was du zu tun und zu denken hast, wird es dir viel schwerer fallen, eine eigene Meinung über dich und dein Leben zu bilden. Räume an dieser Stelle mit den Altlasten auf. Lasse sie los, damit sie von dir fortgehen und dir genommen werden können.

Gesunde Anerkennung
Jetzt wirst du vielleicht anmerken, dass wie Marta aus unserer kleinen Geschichte doch jeder Mensch Anerkennung in seinem Leben braucht. Das müssen wir eindeutig verneinen, auch wenn wir Anerkennung und Wertschätzung für sehr nützlich halten. Der Satz, den du in dein Herz aufnehmen kannst, ist: „Ich liebe Anerkennung, ich genieße Anerkennung, aber ich BRAUCHE sie nicht.“ Mache dich unabhängig von der Wertschätzung anderer. Sie zu bekommen ist schön, genieße es. Aber wenn du davon abhängig wirst, bist du nicht mehr frei in deinem Denken und Handeln.

Die Menschen, die du am meisten magst, werden dich am heftigsten kritisieren. Dein Partner, deine Eltern, deine Geschwister haben oft eine andere Meinung von dem was du tust und wie du es tust. Wenn du ein gesundes Selbstwertgefühl hast, wird das eure Beziehung nicht belasten. Gerade in der Partnerschaft ist es wichtig einen Punkt zu verstehen: „Du bist anderer Meinung als ich? Das ist okay, und ich kann das akzeptieren, denn wir sind verschieden.“ Mach dich frei von dem Gedanken, mit deinem Partner immer einer Meinung zu sein oder seinen Erwartungen zu entsprechen. Du hast die Wahl, wie du darauf reagierst. Du hast die Kraft dein Leben zu gestalten und selbst zu entscheiden, ob du dich von Anerkennung und der Meinung anderer abhängig machst oder nicht.
Rede dich nicht heraus, indem du sagst: „Ich war schon immer so – ich habe schon immer Anerkennung gebraucht!“ Das ist nicht richtig, denn es war nicht immer so. Der Mensch ist von seinem Ursprung und seiner Schöpfung her unabhängig davon! Es sind auch nicht deine Eltern oder Lehrer und deren Prägungen auf dich daran schuld, dass du heute diese Anerkennung brauchst. Denn alles was dir dein Leben schwer macht, hast du irgendwann einmal zugelassen. Das Gute daran ist, du kannst es auch wieder wegschicken. Wir können uns da nur wiederholen: Du hast die Wahl! IMMER! Wenn jemand etwas Negatives über dich sagt oder wenn jemand sich dir gegenüber ablehnend verhält, kannst du dich entscheiden, wie du damit umgehst und wie du das für dein Leben weiterverarbeitest. Du bist der Gestalter deines Lebens! Du musst die Kontrolle über dein Leben nicht anderen überlassen, indem du dich von ihren Bewertungen und Meinungen über dein Denken und Handeln abhängig machst.
Genieße und freue dich über jede Anerkennung, die du bekommen kannst, aber mache sie nicht zu deinem Bedürfnis!

Marta aus unserer Geschichte hat sich übrigens entschieden. Sie sitzt gemütlich auf ihrem Sofa mit einem guten Buch in der einen und einem warmen Tee in der anderen Hand. Zufrieden und stolz blickt sie auf ihr Heim, in dem sie sich so wohl fühlt. Ihr Mann bringt gerade die Kinder ins Bett und setzt sich anschließend zu ihr auf das Sofa. „Danke“ sagt er. Für was? „Für alles!“

Hier gibt noch zwei Buchempfehlung zu dem Thema. (Es sind Affiliate-Links – mit dem Kauf über unsere Seite unterstützt ihr unsere Arbeit, egal was ihr bei Amazon einkauft. Danke!)

P.S. Aktuelle Bilder aus unserem Alltag findet ihr wie immer auf Instagram. Anschauen ist auch ohne Anmeldung möglich – „Gefällt mir“Drücken leider nicht 🙂

 

 

By | 2016-01-11T00:02:36+00:00 Januar 10th, 2016|Achtsamkeit/Bewusstsein, Familie & ElternSein|4 Comments

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4 Comments

  1. Nathanael 11. Januar 2016 at 13:41 - Reply

    Ein wirklich guter Artikel!
    Ob mir nahe stehende Menschen mich heftiger kritisieren als fern stehende, bin ich mir unsicher. Auf jeden Fall nehme ich mir deren Kritik mehr zu Herzen.
    Anerkennung weiter geben kann übrigens unterschiedliche Formen annehmen. Ich denke an die „fünf Sprachen der Liebe“. Der eine braucht aufmunternde Worte, der andere praktische Hilfe, der nächste gemeinsame Zeit und widerum jmd. anderes ein kleines Geschenk 🙂
    Könnt ihr den Affiliate-Link zentral auf eurer Startseite einbauen? Dann findet man den bei Gelegenheit vielleicht schneller…
    LG!

  2. Ben 11. Januar 2016 at 23:58 - Reply

    Vielen Dank für dein Feedback. Vielleicht ist die Kritik der Nahestehenden nicht heftiger, aber es „trifft“ einen intensiver?
    Liebe Grüße und schönen Abend!

    Benjamin

  3. Katrin 13. Januar 2016 at 11:17 - Reply

    YES!
    Ich kenne das so: da kommt mir DIE Idee und ich bin kurz davor, sie umzusetzen – doch dann möchte ich sie doch noch jemandem erzählen (um sie zu prüfen und sie vielleicht noch weiter auszubauen) doch wenn die Person achselzuckend reagiert, sind auf einmal 50% der vorher gefühlten Energie spurlos verschwunden und es braucht 1,5 Stunden, bis ich wieder ganz bei mir und der Idee bin- und auch, bis ich wieder effektiv sein kann… In diesem Sinne: Ein frohes, ideenreiches, tatkräftiges und unabhängiges neues JAhr! Katrin

    • Ben 13. Januar 2016 at 11:47 - Reply

      Vielen Dank, Katrin. Du hast absolut recht – Feedback von anderen gibt uns immer wieder wichtige Hinweise (so wie eure Kommentare 🙂 ), aber es sollte uns nicht davon abhalten unser Herzens-Ziel genau zu verfolgen.
      Einen schönen Tag dir!
      Benjamin

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