Portugal

Wir grüßen euch aus dem wunderschönen Nationalpark des Tejo in Portugal! (Parque Natural do Tejo Internacional) Die letzten knapp drei Wochen waren wir in Portugal unterwegs. Welch ein wunderschönes Land, Natur ohne Ende.

Von Jerez aus geht es nach Norden, direkt an der Küste entlang kann man nicht nach Portugal reisen, der große Naturpark Donana bildet eine natürliche Grenze. So streifen wir per Autobahn Sevilla und erreichen in einer von den Kindern heiß geliebten „Nachtfahrt“ Portugal. „Bem Vindo!“

Der Unterschied zu Spanien ist sehr bald greifbar, die Straßen sind schlechter, die Häuser ärmlicher, zwischendrin immer mal ein kleines „Schloss“… Die Algarve ist verständlicherweise stark touristisch geprägt, das geht soweit, dass die Discounter eigene „Womo-Parkplätze“ anbieten und um Kunden werben… (Campers welcome…) Die Landschaft ist allerdings unsagbar schön, sofort fällt einem die satt-grüne Farbe auf. Hier ist es definitiv ein Stück „feuchter“ als im trockenen Osten Spaniens. Die Bäume sind oft von Moos überwuchert.

Wir entscheiden uns für eine Woche „Pause“ zu machen und suchen uns einen Stellplatz mit Strandzugang in der Nähe von Albufeira. Was für eine wunderschöne Steilküste… Die Zeit vergeht mit Geocachen, Strand-Besuchen, Kopfstand üben und Fußball spielen. Die Kinder nutzen den zeitweise vorhandenen Internet-Zugang zu einigen Runden Khan-Academy, welche sie weiterhin mit Begeisterung nutzen. Keo multipliziert mittlerweile übrigens im Tausenderbereich (für alle die, die sich Sorgen mach(t)en). Ich beschreibe das hier nicht, um unseren Weg zu rechtfertigen, sondern um einen Einblick zu geben. Es wäre völlig ok, wenn er das nicht machen würde, wir haben Vertrauen in unsere Kinder. Aber Lesen, Schreiben, Rechnen etc. sind eigentlich so essentiell im Leben unserer Kinder verankert, dass sie es sich im Prinzip völlig nebenbei und selbständig erarbeiten.

Mit einem glücklichen Händchen finden wir eine freie Tankstelle, die unsere spanische Gasflasche befüllt, gut gerüstet also für unser nächstes Ziel: Vilanova de Milfontes (nahe Odemira an der Westküste). Um uns die horrenden portugiesischen Mautkosten zu sparen, queren wir das Land auf kleinen Dorfstraßen. Immer wieder kommt der Begriff „portugiesischer Urwald“ in den Sinn… im Prinzip sieht es hier gar nicht so anders aus als in Mitteleuropa, nur mit teilweise anderer Vegetation. Aber es ist GRÜN.

In Vilanova de Milfontes steuern wir nicht den Leuchtturm an, sondern auf der anderen Seite der Flussmündung den Zugang zum Atlantik… Welch ein Strandeiner der schönsten unserer gesamten Reise. Holzbohlenwege führen über die Dünen zum feinen Sand am Flussufer oder direkt zum Atlantik. Das Besondere hier: im Flussdelta hat sich eine riesige Sandbank gesammelt, je nach Tide-Stand gibt es also einen kleinen extra-Badesee mit etwas wärmerem Wasser – perfekt zum Baden für die Kinder. Viel schöner kann es auch auf einer Südsee-Insel nicht sein… Auf der anderen Seite des Flusses streckt sich träge das kleine Örtchen Vilanova aus.

Im grünen Herzen Portugals (nordöstlich von Lissabon, zwischen Lleiria und Tomar) warten einige Familien auf uns, wir machen uns auf zu einer Fahrt, welche als „die Storchentour“ in Erinnerung bleiben wird… Es ist unglaublich, wie viele Störche uns auf dem Weg begegnen… auf den unmöglichsten Orten errichten sie ihre Nester, zweimal sogar mitten auf einem Schild über dem Autobahnzubringer… ob das ‘ne ruhige Mietwohnung ist?? Einige große Strommasten sind dreifach-belegt, Hochhaus für Storchens quasi… wir nächtigen nahe dem Naturpark auf Höhe Lissabon und beobachten die beeindruckenden Vögel. Am nächsten Morgen spricht uns (einmal mehr) ein besorgter älterer Herr an, ob wir Hilfe bräuchten (da hat wohl noch nie ein Camper gestanden… 😉 ) Es stellt sich heraus – und auch das erleben wir recht häufig, sowohl in Süditalien als auch hier – der Mann hat sein gesamtes Arbeitsleben in Deutschland verbracht. Mit einem „Auf Wiedersehen“ verabschieden wir uns, und haben mal wieder Gesprächsstoff mit den Kindern über Geschichte und Ländergrenzen hinweg.

Am nächsten Tag erreichen wir ein Grundstück hoch oben in den grünen Hügeln und machen die Bekanntschaft mit vier anderen Familien. 8 Erwachsene, 13 Kinder – OHNE uns :-). Die Kinder gehen ihren wichtigen Tätigkeiten nach, die Erwachsenen dem, was sie für wichtig erachten. Ja, da gibt es oft Unterschiede – aber das darf auch sein. Mit kleinem Lagerfeuer, Austausch und Gruppenfoto endet diese Woche auf einem wunderschönen Stückchen Erde. Danke, dass wir Gast sein durften! Viele Grüße an euch alle!

Die letzte Zeit war es ein wenig regnerisch und recht kühl, unerwartet um diese Zeit des Jahres. Doch die Erfahrenen erklären, das wäre die letzte Woche Regen im Jahr bis September… das Land saugt alles auf und wappnet sich für die lange warme Periode. Wir haben noch einige Ziele und lenken das Gefährt somit Richtung Osten, Madrid – wir kommen!

Vorher erleben wir noch zwei wundervolle Tage im Naturpark des Tejo. Dazu mehr im nächsten Blogpost 😉

 Alles Liebe euch!

 

Marla & Familie

 

By | 2015-05-03T14:21:18+00:00 Mai 3rd, 2015|Begegnung, Familie & ElternSein, Reisen|0 Comments

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